Montagmorgen, 5:55 Uhr, erster Flieger ab Hamburg nach Palma de Mallorca. Ziemlich früh, aber es gibt schlechtere Arten, in eine neue Woche zu starten.
Am 18. Mai geht es für mich nach Mallorca. Nur mit Handgepäck unterwegs, schneller und unkomplizierter Check-in, dann ab in den Flieger. Die Teilnehmer sind bereits am Sonntag angereist, und ich komme genau rechtzeitig zur ersten Trainingseinheit des Camps dazu. Für mich ist das ein besonderer Moment, denn ich war zuletzt 2018 selbst vor Ort im swimCAMP. Seitdem ist viel passiert. Matze war natürlich jedes Jahr zweimal auf Mallorca dabei, während ich vieles aus dem Office heraus begleitet, geplant und vorbereitet habe. Jetzt stehe ich endlich wieder direkt am Beckenrand.
Nach der Landung in Palma hole ich meinen Mietwagen ab und mache erst einmal einen kleinen Abstecher in die Stadt. Palma zeigt sich von seiner schönen Seite: warm, lebendig, sonnig. Also gibt es einen Kaffee, ein kleines Frühstück und einen kurzen Moment zum Ankommen, bevor es weitergeht nach Colonia de Sant Jordi.
Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Ich steuere direkt das Best Centre an, wo bereits die erste Einheit auf dem Programm steht. Und dort ist es sofort da: dieses Camp-Gefühl, das man aus dem Office heraus nur vorbereiten, aber nicht wirklich erleben kann. Das Team am Beckenrand, motivierte Teilnehmer im Wasser und endlich viele Gesichter zu den Namen, die ich sonst vor allem aus Buchungen, Mails und internen Abläufen kenne.
Das Phantom erscheint am Beckenrand
Da ich bei swim-coach viel im Hintergrund arbeite, ist meine Ankunft für einige Teilnehmer offenbar fast schon ein kleines Ereignis. Mehrfach höre ich lachend, dass man nun endlich „das Phantom“ kennenlernen würde. Das freut mich natürlich sehr.
Und genau solche Momente machen ein Camp besonders. Natürlich geht es um Training, Technik, Wasserlage, Ausdauer und Videoanalyse. Aber es geht eben auch um Begegnungen. Um Gespräche beim Frühstück. Um kurze Rückmeldungen nach der Einheit. Um gemeinsame Pausen, kleine Insider und dieses Gefühl, dass aus vielen einzelnen Teilnehmern ziemlich schnell eine echte Gruppe wird.
42 Athleten, ein starkes Team und eine richtig gute Chemie
Das Camp war bereits seit Oktober 2025 ausgebucht. Vor Ort sind 42 Athleten dabei, dazu teilweise mitgereiste Partner, Freunde und Familienangehörige. Entsprechend lebendig ist die Atmosphäre im Hotel, am Pool und rund um das Camp.
Betreut wird die Gruppe von unseren Coaches Matze, Jörn, Katha und unserer Physiotherapeutin Elli. Vier Menschen, die nicht nur fachlich stark sind, sondern auch menschlich genau die richtige Mischung mitbringen: professionell, aufmerksam, motivierend und immer nah dran an den Teilnehmern.
Die Athleten kommen aus unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen. Einige mit klaren sportlichen Zielen, andere mit dem Wunsch, ihre Technik zu verbessern, sicherer im Wasser zu werden oder neue Impulse für das eigene Training mitzunehmen. Was alle verbindet: hohe Motivation, gute Laune und Lust darauf, sich eine Woche lang intensiv mit dem eigenen Schwimmen zu beschäftigen.
Training mit Struktur und Aha-Momenten
Trainiert wird im Best Centre in Colonia de Sant Jordi. Die Silver-Athleten sind vormittags beziehungsweise mittags im Wasser. Danach folgt das Gold Camp, das zusätzlich am Abend eine weitere Einheit absolviert. So entsteht über den Tag hinweg ein schöner Rhythmus aus Training, Regeneration, Austausch und Vorbereitung auf die nächste Einheit.
Ein fester Bestandteil des Camps ist auch in diesem Jahr die Videoanalyse. Sie gehört zu den Momenten, in denen Technik besonders greifbar wird. Viele Bewegungen, die man im Wasser nur spürt, lassen sich auf dem Bildschirm viel genauer einordnen. Was läuft schon gut? Wo steckt noch Potenzial? Welche kleinen Anpassungen können im Wasser direkt einen Unterschied machen?
Genau darin liegt der große Wert: Die Athleten bekommen ein klares Bild von ihrer Schwimmtechnik, erkennen ihre Stärken und Schwächen bewusster und nehmen konkrete Impulse mit in die nächsten Einheiten. Die Stimmung bei der Analyse ist konzentriert, offen und gleichzeitig richtig locker. Es wird erklärt, gefragt, gelacht und im Anschluss mit viel Motivation weitergearbeitet.
Nach fast 8 Jahren wieder mittendrin
Für mich persönlich sind diese vier Tage auf Mallorca besonders spannend, weil ich mit etwas Abstand auf das schauen kann, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben.
2018 war ich zuletzt im Camp. Seitdem hat sich vieles verändert. Die Abläufe sind klarer, das Konzept ist gewachsen, die Organisation ist routinierter geworden. Und trotzdem hat sich das Wichtigste nicht verändert: die persönliche Atmosphäre.
Ich nutze die Tage, um viele Eindrücke mitzunehmen: von den Einheiten, vom Austausch zwischen Coaches und Athleten, von der Stimmung im Hotel und von den vielen kleinen Momenten, die so ein Camp besonders machen. Für mich ist das extrem wertvoll, weil man vor Ort noch einmal ganz anders spürt, was funktioniert und was ein Camp lebendig macht.
Natürlich ist auch der Laptop dabei. Mein Arbeitsplatz wird kurzerhand zum Open Air Office unter blauem Himmel und mallorquinischer Sonne. Arbeiten mit Campblick und zwischendurch immer wieder ein Gespräch mit Teilnehmern oder Coaches. Daran könnte man sich gewöhnen.
Hotel, Essen und die Sache mit dem Fahrstuhl
Untergebracht sind wir im Universal Hotel Romantica. Mein Zimmer liegt im vierten Stock, ist frisch saniert, klimatisiert, angenehm und hat einen Balkon mit Meerblick. Das Hotel macht insgesamt einen sehr guten Eindruck: freundlich, sauber, guter Standard und ein Team, das am Empfang, im Restaurant und an der Bar durchweg sympathisch ist. So habe ich es schon damals wahrgenommen.
Auch das Essen finde ich persönlich sehr gut und ausgewogen. Beim Frühstück bleibt es selten bei einer schnellen Tasse Kaffee, denn die Gespräche mit den Teilnehmern laden einfach dazu ein, noch ein bisschen sitzenzubleiben. So wird aus einem kurzen Frühstück gerne mal eine längere Runde mit Rückblick auf die letzte Einheit, Vorfreude auf den Tag oder guten Gesprächen abseits des Trainings.
Eine wichtige Camp-Regel mit Augenzwinkern darf natürlich nicht fehlen: Während des Camps werden die Treppen genutzt. Fahrstuhl verboten. So entsteht im Hotel schnell eine kleine Ameisenroute zwischen Zimmern, Restaurant und Lobby. Auf den Stufen trifft man ständig jemanden, hält kurz für einen Smalltalk an, fragt nach der letzten Einheit und sammelt nebenbei noch ein paar zusätzliche Höhenmeter. Wenn man wie ich im vierten Stock wohnt, kommt da über die Woche tatsächlich einiges zusammen.
Colonia de Sant Jordi passt einfach
Colonia de Sant Jordi ist für dieses Camp nach wie vor ein richtig guter Ort. Mit dem sanierten Best Centre steht eine professionelle Trainingsanlage zur Verfügung, die beste Bedingungen für intensive Schwimmeinheiten bietet. Dazu kommen der Sandstrand, die Küste, Cafés, kleine Einkaufsmöglichkeiten, Bars und Restaurants, die alle nah beieinander liegen.
Alles ist entspannt und überschaubar, bietet aber trotzdem genug Möglichkeiten, um nach dem Training auch mal den Kopf freizubekommen. Genau diese Mischung macht es aus: intensive Einheiten im Wasser, professionelle Bedingungen, kurze Wege, Sonne, Meer und genug Zeit, um auch außerhalb des Beckens anzukommen.
Offday in Santanyí
Auch der trainingsfreie Nachmittag passt perfekt ins Gesamtbild. Gemeinsam mit ein paar Teilnehmern geht es nach Santanyí auf den bekannten und beliebten Markt. Viel Gewusel, viele Menschen, enge Gassen, Stände, Farben, Gerüche und mittendrin diese wunderschöne kleine Stadt, die man sich auf Mallorca genau so vorstellt.
Santanyí hat trotz des Trubels unglaublich viel Charme. Zwischen Marktständen, Cafés und den hellen Sandsteinfassaden lässt es sich wunderbar durch die Straßen schlendern, ein bisschen schauen, ein bisschen quatschen und einfach mal den Kopf vom Training freibekommen.
Für mich ist auch das wieder so ein Moment, der ein swimCAMP ausmacht. Nicht nur gemeinsam trainieren, sondern auch gemeinsam unterwegs sein, lachen, entdecken und Mallorca genießen.
Der Hoodie-Krimi von Mallorca
Ein Thema zieht sich durch das Camp wie ein roter Faden: die Hoodies.
In unseren swimCAMPS bekommen die Teilnehmer traditionell einen Hoodie. Für viele gehört er inzwischen fest zum Camp dazu: als Erinnerungsstück, als kleines Teamgefühl zum Mitnehmen und normalerweise direkt beim Willkommenstreffen am Anreisetag.
In diesem Jahr wird daraus allerdings ein kleiner Running Gag, denn die Hoodies sind nicht pünktlich vor Ort. Ein Karton kommt am Samstag kurz vor der Abreise an, der andere lässt weiter auf sich warten. Kommen sie noch? Gibt es überhaupt Hoodies auf Mallorca?
Die Teilnehmer nehmen es mit Humor. Und genau das zeigt auch wieder, warum dieses Camp so gut funktioniert: Wenn die Stimmung stimmt, wird selbst ein verspäteter Karton Teil der Geschichte. Auf den zweiten warten wir derzeit noch in Hamburg und arbeiten am Happy End.
10 Jahre swimCAMPS auf Mallorca
Dieses Camp ist nicht irgendein Camp. Es ist die Anniversary Edition: 10 Jahre swimCAMPS auf Mallorca.
Wenn man vor Ort steht, die Einheiten sieht, die Gespräche hört und merkt, wie selbstverständlich viele Dinge ineinandergreifen, ist das schon ein besonderer Moment. Nicht laut, nicht pathetisch. Eher ein stilles Gefühl von: Genau dafür machen wir das.
Für mich ist es schön zu sehen, was aus einer Idee, viel Arbeit und vielen Jahren Erfahrung entstanden ist. Ein Camp, das sportlich fordert, fachlich weiterbringt und gleichzeitig menschlich richtig gut funktioniert.
Am Ende sind es eben nicht nur Trainingspläne, Bahnen und Videoanalysen. Es sind die Menschen, die das Camp ausmachen. Die Athleten, die Coaches, die Begleitung, die Gespräche, die kleinen Geschichten zwischendurch.
Und davon gibt es auf Mallorca 2026 reichlich.
Abschied am Beckenrand
Am Donnerstagnachmittag heißt es für mich dann schon wieder Abschied nehmen. Nach ein paar intensiven, sonnigen und sehr schönen Tagen geht es noch einmal zum Pool. Dort gibt es ein paar letzte Gespräche, High Fives, Umarmungen und dieses typische Gefühl, wenn man eigentlich gerade erst richtig angekommen ist und trotzdem schon wieder los muss.
Genau daran merkt man, wie schnell man in so einem Camp Teil der Gruppe wird. Auch wenn ich nur ein paar Tage vor Ort bin, fühlt es sich nicht wie ein kurzer Besuch an. Es ist eher ein kleines Eintauchen in das, was wir sonst oft aus dem Hintergrund vorbereiten.
Dann geht es zurück Richtung Palma. Auto unkompliziert abgeben, Check-in erledigen und mit vielen Eindrücken im Gepäck zurück nach Hamburg. Kein schwerer Koffer, aber dafür ziemlich viele schöne Erinnerungen und neue Ideen.
Nach dem Camp ist vor dem Camp
Mallorca bleibt natürlich ein fester Bestandteil unserer Campplanung. Der nächste Termin findet vom 11. bis 18. Oktober 2026 statt. Außerdem ist bereits das Mallorca Camp vom 23. bis 30. Mai 2027 geplant.
Und 2027 kommt ein weiteres Ziel dazu: unser swimCAMP auf Zypern. Vom 11. bis 18. April 2027 geht es ins Coral Beach Hotel & Resort in Peyia. Dort trainieren wir im 50-Meter-Olympic-Pool direkt auf dem Resortgelände. Ideal für alle, die früh in der Saison unter guten Bedingungen an Technik, Wasserlage und Schwimmform arbeiten möchten.
Wir würden uns natürlich sehr freuen, viele bekannte und neue Gesichter bei einem der nächsten Camps wiederzusehen. Und ich persönlich schaue mal, ob ich es bald wieder einrichten kann, selbst wieder vor Ort zu sein. Vielleicht sehen wir uns beim nächsten Mal auf Mallorca. Oder auf Zypern.
Danke und auf Wiedersehen
Danke an alle Athleten, Coaches, Partner, Freunde und Familienangehörigen, die dieses Camp so besonders gemacht haben. Für mich war es eine große Freude, nach so langer Zeit wieder vor Ort zu sein, viele bekannte Namen endlich persönlich kennenzulernen und zu sehen, wie viel Leben in dem steckt, was ich und wir sonst oft im Hintergrund vorbereiten.
Oder anders gesagt: Das Phantom kommt gerne wieder.
Macht’s gut!
Euer Lennard